Nachruf auf Frau Kapeller…

Liebe Familie Kapeller, liebe Trauergäste, 

voller Schmerz hat auch uns die Nachricht vom Tode Frau Kapeller getroffen. Unseren Verein, die Elisabethenkonferenz St. Joseph e.V., hat diese Nachricht in tiefe Trauer versetzt.
Es gibt die Welt der Lebenden und es gibt eine Welt der Toten – nur die Liebe verbindet die beiden Welten. Und diese Liebe verbindet uns noch heute mit Frau Kapeller. Seit Jahren wünschte sich Frau Kapeller in die Welt der Toten aufgenommen zu werden. Karfreitag hat sie es geschafft kurz vor ihrem 97zigsten Geburtstag. – Wir alle sind traurig sie verloren zu haben – aber sollten wir nicht froh sein, dass ihr Wunsch erfüllt wurde?
28 Jahre genauer gesagt von 1971 bis 1999 leitete sie den Verein und glauben Sie mir – da waren viele Hürden zu meistern der Weg des Vereines war nicht immer gradlinig.

Eine große Wende der Vereinsgeschichte bewirkte Frau Kapeller.
Unter Protest erreichte sie die Änderung der Satzung: ab sofort durften auch katholische Männer dem Verein beitreten. Ja, es war früher so – ein klassischer Frauenverein öffnete seine Türen und es gab Proteste. Heute ist der Verein (nach einer weiteren Satzungsänderung) für ALLE offen.

Sie war eine Frau der Tat besuchte viele Hilfsbedürftige regelmäßig und unterstützte sie beim Alltäglichen. War mit den Stadtpfarrern von St. Joseph immer im Dialog um für Notleidenden das Beste zu erreichen. Bastelte und nähte Tischdekorationen für die Elisabethennachmittage. Über das ganze Jahr hinweg wurden Wachsmodeln zusammen mit Frau Mörtl erstellt damit beim letzten Elisabethennachmittag im Jahr jede Besucherin oder Besucher mit einer Kleinigkeit nach Hause gehen kann.
Ebenso bereitete sie sich für jeden Ganztagesausflug akribisch vor. Fuhr jedes Ausflugsziel im Vorfeld ab – und hatte immer die entsprechenden Reiseführer bei sich. Während der Ausflugsfahrt wurden wir immer über die Kirche links, Sehenswürdigkeit rechts informiert wann und von wem sie gebaut wurde.

Gestatten Sie mir bitte den Hinweis – Frau Kapeller war damals das Urgestein des Vereines. Aus Altersgründen gab sie 1999 den Vorstand auf und war sehr froh eine Nachfolgerin gefunden zu haben. Sie war am Ende ihrer Kräfte.

Bei einem Luftangriff 1944 wurde die Kirche St. Joseph nahezu vollständig zerstört. Dabei sind die Dokumente des Vereines verbrannt. Frau Kapeller hatte bis zum Schluss ein tolles Gedächtnis und hat mir vieles über die Vereinsgeschichte weitergeben den sie kannte auch noch ihre Vorgängerinnen. Trotzdem haben wir einen weiteren Wissensträger über die Vereinsgeschichte verloren.

So kannten wir, liebe Trauergemeinde, unsere Frau Kapeller. Jemand, der das Ehrenamt mit ganzer Person ausfüllte. Ein Mensch, der anderen Menschen viel Gutes tat und Freude bereitete. Wir werden sie schmerzlich vermissen – den Menschen und sein besonderes Engagement. Wir werden sein Angedenken immer in liebender Erinnerung bewahren.

Liebe Familie Kapeller, liebe Trauergäste:
Im Namen aller Mitglieder des Elisabethenvereins spreche ich Ihnen unsere aufrichtige Anteilnahme aus und wünsche Ihnen viel Kraft, für die Zukunft und alles erdenklich GUTE. Unser aller Mitgefühl ist Ihnen sicher.

Ihre Heidi Mielich